Anbetung

Der Anbetungsteil bringt das Lob und den Dank für Gottes heilvolles und befreiendes Handeln zum Ausdruck. In der Anbetung verweilt die Gemeinde vor und bei Gott.
Im Lob dankt die Gemeinde nicht nur, sondern gibt Gott auch den empfangenen Segen zurück: Das zeigt sich daran, dass im Hebräischen „segnen“ und „loben“ mit demselben Wort bezeichnet werden.

In der gegenwärtigen liturgischen Praxis ist die Anbetung hauptsächlich gesungene Anbetung, da bereits das Eingangsgebet lobenden, bzw. anamnetischen Charakter haben kann. Im Reformierten Gesangbuch steht dazu eine Fülle von Liedern zur Verfügung.

Im klassischen Sonntagsgottesdienst ist dieser Wegschritt eher knapp gehalten, da meist nur ein Lied gesungen wird. Anders verhält es sich in Gottesdiensten mit eher freikirchlich geprägtem Format, in denen eine längere Anbetungszeit (Worship) üblich ist.

Um der Anbetung etwas mehr Raum zu geben, kann das Loblied durch ein explizites Lobgebet oder ein Psalmgebet (im Wechsel) ergänzt werden (so beispielsweise in der Liturgie Taschenausgabe, 14). Alternativ besteht die Möglichkeit, das Lob-, bzw. das Psalmgebet mit einem Leitvers (siehe RG-Sammlung, S. 1100 oder 1098), einer Antiphon oder einem Halleluja-Ruf zu umrahmen oder zu rhythmisieren. Anstelle eines Liedes kann natürlich auch ein Psalm gesungen werden. Die Verwendung von Psalmen trägt der hohen Bedeutung derselben für den Reformierten Gottesdienst Rechnung.

Liturgische Elemente:

Lied / Psalmlied
evtl. Lobgebet oder Psalmgebet

Soll der Gottesdienst einen ausführlichen Bussteil mit Lesung, Schuldbekenntnis und Gnadenzuspruch beinhalten, so wird dieser vor das Loblied eingeschoben (RG 152, siehe auch unter Schuldbekenntnis).

Literatur

David Plüss, Predigtgottesdienst, in: ders., Katrin Kusmierz, Matthias Zeindler, Ralph Kunz (Hg.), Gottesdienst der reformierten Kirche, Zürich 2017, 193–233.

Kirchenrat des Kantons Zürich, Zürcher Kirchenbuch. Kommentar I. Teil und Einführung zur Gottesdienstordnung, Zürich o.J., 37–45.