Segen

Das letzte Wort im Gottesdienst ist und hat der Segen. Die Gottesdienstfeiernden werden mit einem Segenszuspruch entlassen oder bitten gemeinsam um den Segen. Im Segen sprechen sich Menschen Gottes Fürsorge und Lebensfülle zu. Sie ist ihnen in allen Lebenssituationen verheissen. Sie können den Segen Gott auch zurückgeben: Das hebräische Wort für „Segen“ ist dasselbe wie für „loben“. „Segne, meine Kehle, Adonaj, und alles in mir seinen heiligen Namen!“ (Psalm 103,1).
Nicht umsonst ist für viele Gottesdienstfeiernde dieser Moment im Gottesdienst einer der wichtigsten. Darin spiegelt sich die Segensbedürftigkeit aller Menschen, die sich der Fragilität des Lebens bewusst sind.

Beide, Segensbitte und Segenszuspruch, haben im Gottesdienst ihre Berechtigung. Bei der Segensbitte signalisiert die Pfarrerin, dass sie sich als ebenso segensbedürftig versteht wie die Gemeinde. Deshalb schliesst sie sich in das Gebet mit ein. Beim Segenszuspruch übernimmt sie eine eher „priesterliche“ Funktion, d.h. sie ist Mittlerin, in deren Handlung der Zuspruch Gottes zeichenhaft erfahr- und sichtbar wird.

Segensbitte oder Segenszuspruch verlangen nach unterschiedlichen Gesten. Die Segensbitte ist Gebet und die entsprechende Geste orientiert sich an der Orantenhaltung: Die Arme sind leicht angewinkelt neben dem Körper ausgestreckt, die Handflächen zeigen nach oben. Beim Segenszuspruch hat der Ausführende die Arme ebenfalls leicht angewinkelt neben dem Körper ausgestreckt, aber sie werden etwas höher gehalten, und die Handflächen sind der Gemeinde zugewendet.

Dem Aaronitischen Segen liegt eine besondere Kraft inne, da seine Worte schon seit vielen Jahrhunderten als Segengruss dienen. Neue formulierte Segensworte haben den Vorteil, dass sie den Segen situations- und kontextspezifischer formulieren können. Verschiedene Beispiele dafür finden sich in den hier zur Verfügung gestellten Materialien sowie bei RG 330.

Literatur

Magdalene Frettlöh, Theologie des Segens. Biblische und dogmatische Wahrnehmungen, Gütersloh 5/2005